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Personalarbeit: Kienbaum Wien veröffentlicht HR-Klima Index 2017
  • Prioritäten des Personalbereichs sind im Umbruch
  • Digitalisierung ist ein großes Thema mit Nachbesserungsbedarf
  • Flexibilisierung der Arbeitszeiten nimmt immer stärker zu

Die Personalarbeit gewinnt in den Unternehmen weiter an Bedeutung: Ein Drittel der österreichischen Firmen stockt Budget und Personal für die Personalabteilung auf und immerhin 56 Prozent der Personalchefs sehen sich als Sparringspartner des Managements, ergab eine aktuelle Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum zu den HR-Trends in Österreich. Ein Grund für den höheren Stellenwert der Personalarbeit ist der insgesamt positive Trend der österreichischen Wirtschaft: 60 Prozent der von Kienbaum befragten Unternehmen haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr gesteigert und die Anzahl ihrer Mitarbeiter erhöht. Für ihre aktuelle Studie hat Kienbaum Führungskräfte aus 111 österreichischen Unternehmen verschiedener Größe und Branchen befragt.

Prioritäten der Personalarbeit sind im Umbruch

Die Agenda der Personalabteilungen ist im Umbruch: Die Hälfte der Personalchefs halten die Steigerung sowohl der Führungsqualität als auch der Arbeitgeberattraktivität für besonders wichtige Aufgaben ihrer Abteilung. Mehr als ein Drittel versteht darüber hinaus das Recruiting als einen Schwerpunkt ihrer Personalarbeit. Stark an Bedeutung verloren haben hingegen die Beschäftigung mit der Altersstruktur der Belegschaft und die strategische Personalplanung, so die Erkenntnisse der Kienbaum-Studie.

Bei der Frage nach den Prioritäten in der Personalarbeit sind sich Geschäftsführer und Personalleiter in einigen Punkten uneins: Die Erhöhung der Besetzungsqualität ist zum Beispiel nur einem Zehntel der Personalleiter, aber knapp einem Drittel der Geschäftsführer wichtig. Weitere Prioritäten der Geschäftsführung sind Qualifizierung und Weiterbildung – 40 Prozent priorisieren diese Aufgabe – und die Förderung von Engagement und Motivation der Mitarbeiter, die 30 Prozent der Geschäftsführer als vordringliche Aufgabe des Personalbereichs ansehen.

Digitalisierung: Thema mit Nachbesserungsbedarf

Österreichs Wirtschaft hat noch strategischen Nachholbedarf beim Thema Digitalisierung: 93 Prozent der von Kienbaum befragten Firmen sehen sich von der Digitalisierung beeinflusst. Jedoch haben nur wenige Unternehmen schon eine klar definierte Digitalisierungsstrategie. In 60 Prozent der Firmen gibt es zwar vereinzelte Digitalisierungsinitiativen, die jedoch nicht systematisch miteinander verbunden sind. Auch bei den Digitalkompetenzen erkennen die Personalchefs noch erhebliche Lücken: Besonders wichtig ist die stärkere Ausprägung der IT-Compliance und des Einsatzes digitaler Medien für die interne Kommunikation. Im Umgang mit modernen Organisationsformen und Führungssystemen klaffen die größten Lücken zwischen der eingeschätzten Wichtigkeit und der tatsächlichen Ausprägung im Unternehmen.

„HR-Leiter und Geschäftsführer sind sich einig: Die Unternehmen müssen auch im Personalbereich den Digitalisierungsprozess endlich angehen und die Digitalisierung als Chance begreifen sich strategisch zu positionieren. Hier sehen sich die Personalleiter als Sparringspartner der Geschäftsführung“, sagt Studienleiter Alfred Berger von Kienbaum in Wien.

Flexibilisierung der Arbeitszeiten nimmt zu

Während heute noch All-in-Verträge – das sind Verträge, die sämtliche Arbeitsleistungen unabhängig von den tatsächlich gearbeiteten Stunden mit einem Gesamtlohn abgelten – und Gleitzeit mit Kernzeit zu den häufigsten Arbeitszeitmodellen gehören, setzen die Unternehmen in Zukunft verstärkt auf individuelle Arbeitszeiten, wie frei wählbare Tages- oder Wochenarbeitszeiten oder Gleitzeiten ohne Kernzeit, zeigt die Kienbaum-Studie. Besteht aktuell schon die Möglichkeit einer flexiblen Arbeitsgestaltung, nutzen 80 Prozent der Mitarbeiter diese überwiegend und stufen die anpassungsfähige Arbeitszeit als sinnvoll ein. Diese neuen Arbeitszeitmodelle stellen die Unternehmen jedoch vor neue Herausforderungen: Rund ein Drittel der Unternehmen schätzen das Anpassen des Personals an Bedarfsschwankungen und die Belastung der Mitarbeiter als problematisch ein.